Ab Mitte der 80er Jahre gab es Computer langsam für jedermann, die auch nach heutigem Maßstab noch als Computer anzusehen sind, da man sie nicht selber zusammenbauen mußte und sie auch bereits mit einer graphischen Benutzeroberfläche daher kamen. Damals wurden diese Maschinen noch als Homecomputer bezeichnet.

In den frühen 80ern gab es von der Firma Commodore den VIC-20, VC 16 und dann kam der meistverkaufte Computer, der C 64. Als Konkurrent war immer Atari der große Gegenspieler. Für mich war das noch zu früh, aber in der 6.Klasse hatten wir in der Schule schon mal mit dem C 64 zu tun.

Der Apple Macintosh kam 1984 erstmals mit einer Benutzeroberfläche und Maus auf den Markt. Auch das war noch zu früh für mich - der Amiga 1000 von Commodore kam 1985 oder 1986 auf den Markt. Ach ja, auch noch zu früh und auch noch zu teuer für meine damaligen Möglichkeiten. Aber ein Klassenkamerad hatte ab Ende 1986 einen Amiga 1000 und da liefen dann die ganzen schönen Spiele Ports of Call, Winter Games, Jinx It, Defender of the Crown, Test Drive usw. usw. (Ok, ein anderer Schulfreund hatte einen C 128, der war eigentlich auch ganz ok, aber der Amiga mit seiner 68000er Architekur, Fat Agnus Grafik-Chip etc. war doch irgendwie überlegen).

Na ja, ich selbst musste leider noch bis nach meiner Konfirmation 1988 warten, um dann mit dem Geld zuzuschlagen - ein Amiga 500 (4096 Farben in einem speziellen Grafikmodus, sonst waren es 256 - jedenfalls deutlich mehr als die öden PCs mit monochrom) mit Philipps Monitor. Workbench 1.2 und 512 MB - oh, Ihre Uhr hat heute mehr Speicher ?? Tja, 25 Jahre haben schon einiges verändert. Auf jeden Fall kaufte ich mir dann schnell ein zweites Laufwerk - von der Firma Profex mit vergoldetem Stecker. Dann musste natürlich bald 512 MB zusätzlicher Speicher her, damit man beim Spiel Interceptor (Flugsimulator) auch Ton hören konnte.

Zunehmend interessierte mich wie das alles funktionierte und ich begann zunächst mit Amiga Basic und dann kaufte ich mir einen Lattice C Compiler.

Ab 1993 habe ich mir dann noch einen Amiga 1200 zugelegt. Der war schon wirklich klasse - beim Starten konnte man sofort wie heute bei den Apple iMacs in ein Bootmenu gelangen, wo man die SCSI-Platte/Partition auswählen konnte, von der gebootet werden sollte. Das Betriebssystem war gut strukturiert, d.h. keine wirren 8.3 Namensschwachsinn wie bei den PCs - auch keine 640 KB Grenze usw. Treiber fand man im Verzeichnis Driver und man konnte sogar zur Laufzeit Festplatten mounten oder unmounten und Farben oder Auflösung ließen sich ohne Herunterfahren ändern. Win 3.1.1 ? Windows 95 - das war doch nur Müll von Microsoft... Aber am Markt haben sich die Fans des schlechten Geschmacks durchgesetzt und wir haben eben 10 Jahre länger auf vernünftige Lösungen warten müssen. Ab Windows 98 konnte man dann langsam auch mit den PCs arbeiten.

Commodore hatte sich ja 1994 leider in die Insolvenz begeben und der Amiga wurde dann auch noch durch die Insolvenz von Escom endgültig stranguliert. Ich hatte meinen Amiga noch bis 1999 - mittlerweile aufgerüstet mit einer 68060 50 MHz Turbokarte mit SCSI-Controller, Piccaso II Grafikkarte mit 16,8 Millionen Farben und Toccata Soundkarte. Die Kiste war beim Anschalten sofort da. Aber ich kam leider nur noch schlecht an Software und mir ist der Rechner dann durch irgendeine ältere Komponente kaputt gegangen. Das war schon sehr bedauerlich, aber die Zeit war dann irgendwann leider auch vorbei, obwohl es ja noch Entwicklungen mit PowerRISC Prozessoren a la Amiga One gab.

Jedenfalls haben diese Kisten damals echt Spaß gemacht und man konnte schon vieles mit ihnen machen, was man heute machen kann. Amiga 1000 1985 oder 1986, 1987/88 Amiga 500 / Amiga 2000, 1989/90 Amiga 3000 und 1991/92 Amiga 4000 / Amiga 1200. Und Commodore hatte auch mit dem CDTV ein sehr interessantes Multimedia Gerät, was aber seiner Zeit und der Gesellschaft wohl einfach voraus war. Na ja, Apple hatte das Problem ja mit seinem "90er Jahre Tablet Newton" auch erlebt. Man kann eben auch kein Geld verdienen, wenn der Markt für so ein Gerät noch nicht bereit ist.

Hier die damals super coole 68060 CPU von Motorola mit 50 MHz - Turbokarte von phase5. Damit ging wirklich die Post ab und die Oberfläche war in 30 s hochgefahren.

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