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Diverse Probleme beim Projektmanagement

Ich will hier mal Personalführung & Personalweiterentwicklung als einen wichtigen Part hervorheben ...

Mitarbeitergespräche

Mitarbeitergespräche sind wichtig, um die St&ärken und weniger bevorzugten Aufgaben (Schwächen) des Mitarbeiters (MA) / Projektteilnehmers
festzustellen. Sind die Präferenzen bekannt, dann kann der MA effizienter und mit mehr Freude bei der Arbeit sein. Ist das Mitarbeitergespräch
aber nur eine Plazeboveranstaltung und der MA fühlt sich weiterhin falsch eingesetzt, sinkt die Motivation und damit die Arbeitsleistung/Produktivität.

In manchen Firmen wird der MA auch einfach irgendwie eingesetzt, ob die Aufgaben halbwegs mit seinen Skills übereinstimmen, interessiert 
offenkundig nicht. Langfristig ist hier Resignation und wenig Arbeitsleistung das Endresultat.

Nun kann man nicht jedem immer die passende Aufgabe zuordnen, aber meistens verbessert schon die Art und Weise der Einbeziehung in derartige 
Entscheidungen das Verhältnis des MA zu seinen Aufgaben. Gerade bei neuen MA beobachtet man, das manche Firmen den MA einfach irgendwo zuordnen und 
sich dann über eine geringe Arbeitsleistung wundern.

Setze ich MA in ein Aufgabengebiet, wo ihre Schwachpunkte sind, so kann ich wohl kaum Höchstleistungen erwarten. Manchmal scheint es sich vielleicht 
sogar um eine absichtliche Strategie zu handeln. In der Regel fängt ein MA motiviert in einer neuen Firma an, trifft er dann auf diese Strategie 
kündigt er im besten Fall, andernfalls kündigt er ziemlich schnell innerlich.

Teilweise sind Mitarbeitergespräche auch eher gefährlich. Ausgesprochene Wahrheiten können zum Boomerang werden und Schikanemöglichkeiten
existieren eine Menge.

Eine positive Personalführung muss die Potenziale des MA weiterentwickeln. Ähnliche Aufgaben wie vor 2 bis 3 Jahren sind möglicherweise 
irgendwann unterfordernd. Eine Unterforderung ist fast genauso problematisch wie eine Überforderung oder zu hohe Arbeitsbelastung. Man kennt 
dieses Phänomen von hochbegabten Kindern, deren Fähigkeiten nicht erkannt worden sind und die dann irgendwann frustiert nicht mehr 
am Unterricht teilnehmen, da die Aufgaben sie stark langweilen und eine Demotivation eintritt.

Personalführung ist daher eine sehr komplexe und schwierige Aufgabe, die einen sehr wesentlichen Beitrag zum Gesamterfolg eines Teams beiträgt.

Über das Thema Personalführung hinaus, stellt man leider auch häufig fest, dass jedes Projekt versucht wird nach gleichem Muster abzuwickeln. 
Projekte sind aber stets unterschiedlich, was sie auch so schwierig macht und man sollte daher die Schwerpunkte entsprechend adaptieren. Ein 
Projekt vom Typ "Greenfield" muss anders angepackt werden als ein Projekt vom Typ "Brownfield".

Im nachfolgenden skizziere ich kurz die Unterschiede der beiden Projekttypen aus meiner Sicht.


Greenfield vs Brownfield Projekt

Das "Brownfield Projekt" hat natürlich den Vorteil, dass hier bereits irgendeine bisherige Lösung existiert. Entweder ist 
entlang dieser bestehenden Lösung eine Weiterentwicklung oder eine Änderung von Technologien etc. geplant. Es existiert 
sicherlich Projektwissen aus der schon bestehenden Lösung. Für neue MA ist ein Einstieg in solch ein Projekt leider nicht ganz 
ohne Risiken.

Längere Projektteilnehmer verfügen über entsprechendes Wissen, sind die Lösungen sehr propritär, umfangreich und vielleicht schlecht 
dokumentiert ("Der Code ist doch die Dokumentation", "dafür haben wir den Debugger" usw.) kann der neue MA nicht Fuss fassen 
bzw. wird vielleicht auch gerade wegen seines Wissens um neuere Technologien/Design Patterns (best practices) gar nicht einbezogen.
Ein Indiz sind sicherlich häufige Kündigungen von neuen MA (eventuell bleiben der Firma die schlechteren Leute und vergraulen 
die besseren Köpfe).

Beim "Greenfield Projekt" ist in der Regel das Vorwissen nicht so umfangreich und man muss Requirements und Usability Engineering 
durchführen, um die Aufgaben korrekt zu verstehen. Der Vorlauf vor der eigentlichen Entwicklung ist sicherlich höher als beim 
"Brownfield Projekt". Sicherlich ist auch das Projektmanagement hier noch nicht so eingespielt, sodass die Gefahr des Scheiterns 
sicherlich höher anzusiedeln ist als beim "Brownfield Projekt".

Alle Teilnehmer starten aber mit einem vergleichbaren Wissensstand in das Projekt, was es natürlich für neue MA viel attraktiver 
macht, da sie hier im Gegensatz zum "Brownfield Projekt" viel bessere Karrierechanchen haben.

Es stehen den neuen MA hier nicht ältere MA im Weg mit irgendwelchen "Uralt-Lösungsansätzen", sodass gerade ihre aktuellen Kenntnisse
richtig zur Geltung kommen können.